Madeira – auch im März ein schönes Reisziel

 

Gerne denke ich in dieser Zeit an 2018 zurück als es Richtung Madeira ging. Früh morgens startete der Flieger in Düsseldorf mit Zwischenstopp in Portugal. Um Gewicht zu sparen haben wir die Kombis natürlich angezogen. Beim Check In gab es ein paar verdutze Blicke und einen „genaueren Sicherheitscheck“ dann konnte es losgehen.
Der Aufenthalt in Portugal sollte nur eine Stunde dauern es wurden dann doch vier daraus. Aber was solls wir freuten uns halt wie verrückt auf die Insel nachdem wir von Freunden, die schon dort waren, soviel gutes gehört hatten.

Als wir auf der Insel gelandet waren und mit dem Taxi Richtung Hotel fuhren, gingen mir die Worte meines Freundes durch den Kopf “ wenn du auf Madeira ein Moped mietest, nimm eine kleine wendige. Mehr als 700ccm brauchst du nicht. Die anderen sind zu schwer und unhandlich.“ Als wir das kleine Stück Autobahn fuhren sah es noch harmlos aus. Dann kamen wir auf die Landstraßen und  da war er wieder gegenwärtig, der Ratschlag meines Freundes. Eine Landschaft wie ein Traum und die Straßen das reinste „Gewusel“ aber mit einem guten Belag.

Wir checkten im Hotel Savoy Saccharum Resort & Spa in Arco da Calheta ein, gingen Essen und waren überrascht von der Vielzahl der angebotenen Speiseauswahl, damit hatten wir so nicht gerechnet.

 

  1. Tag

Wir hatten uns vorgenommen die Gegend um das Hotel zu erkunden. Mir klingen die Worte meiner Frau nach dem Frühstück noch im Ohr „Schatz lass uns ein klein wenig spazieren gehen nur bis zu der Brennerei die im Ort ist, nur ein wenig die Beine vertreten auf keinen Fall eine Wanderung“. Ich hatte es geglaubt, also gingen wir los zur Brennerei. War leider zu und meine Frau meinte, wenn wir schon mal hier sind da oben ist ein Weg vielleicht haben wir da ja einen super Ausblick auf den Ort. Nun ja was soll ich sagen wir „spazierten“ also weiter. Nach 5 Stunden, 2 „Bergpassagen“ und der Durchquerung einer Bananenplantage um die 3. Bergpassage zu vermeiden kamen wir glücklich wieder im Hotel an. Ich konnte mir allerdings nicht den Kommentar verkneifen “ Gut das wir nicht wandern waren“. Na ja der Tag war dann gelaufen.

 

  1. Tag

Es ist soweit. Wir hatten den Termin bei der Motorradvermietung „Magosbike“ haben uns für eine GS650 von BMW entschieden. Die Formalitäten waren schnell erledigt und los gings. Erst einmal auf der Hauptstraße Richtung Canico um sich an die Maschine und die Straßen zu gewöhnen. Dann ging es von der Küste weg wieder Richtung Hotel durch die Berge. Es war ein herrliches Gewusel durch die ganzen Kurven. Bis rauf zu Porto Moniz sind wir dann der Küstenstraße gefolgt.

 

  1. Tag

Für heute hatten wir uns vorgenommen die Insel zu umfahren. Laut Navi sollten es ca. 160 km werden. Dachte noch das wir mittags wieder im Hotel sind, weit gefehlt, es sollte Abend werden.  Wir wollten die Strecke Richtung Porto Moniz gerne noch einmal bei Tageslicht fahren also fuhren wir erst einmal Richtung Do Doutor auf der ER222 um anschließend auf die ER211 abzubiegen. Bei diesem Abschnitt war ich wirklich froh, dass wir uns für eine handliche Maschine entschieden hatten. Man braucht definitiv keine hohe Endgeschwindigkeit auf Madeira. Besser sie ist leicht und handlich und hat genug Durchzugskraft. Auf der Er 110 ging es dann etwas gemütlicher zur Sache. So eine Art „Höhenstraße“ mit herrlichen Panoramas rechts und links der Straße. Auf der Er 101 war es dann wieder soweit, herrliche Kurvenslaloms warteten auf uns. Nach einer kurzen Pause in Porto Moniz ging es dann die Küstenstraße  VE2 gemächlich weiter über Seixal nach Ponto Delgada. Richtung Arco de Sao Jorge fing es wieder an das breite grinsen im Gesicht wenn man auf die ersten Kurvenkombis wieder zufuhr und dieses Gefühl von Freiheit und Abenteuer spürte. Die VE1 machte einfach nur Spaß über Santa, Faial, Porto de Cruz bis Machico sind wir diesem „Spaßband“ gefolgt. Anschließend machten wir uns über Santa Cruz und Canico wieder Richtung Heimathotel.

 

4.Tag

Heute sollte die süd-westliche Küstenregion erkundet werden. Also erst einmal Richtung Funchal. Die Hauptstadt der Insel hat schon die hälfte der Einwohner von der ganzen Insel. Ein quirliges Städtchen mit ganz besonderem Charme. Eigentlich wollten wir uns die Stadt etwas genauer anschauen und ein bisschen Bummeln gehen. Als wir am Hafen angekommen waren lagen 2 Kreuzfahrtschiffe vor Anker und der „Landgang fing grade an“. Man sah förmlich die Touristenwelle auf sich zukommen. Also beschlossen wir, uns das Städtchen ein andermal anzuschauen. Los ging es unter dem Flughafen her Richtung Berge ins Landesinnere. Als wir unter der „Landebahn“ den Berg hochfuhren wusste ich schlagartig warum der Pilot so eine harte Bremsung hingelegt hatte. Viel Platz war dort wirklich nicht. Architektonisch kann man vor so einer Leistung nur den Hut ziehen. Ein wirklich imposantes Bauwerk. An diesem Tag sollten wir aus dem staunen nicht mehr raus kommen. Die kleinen Straßen an den Bergrücken entlang sorgten für einige herrliche Ausblicke. Ein unvergesslicher Tag.

 

5.Tag

mit einigen Gästen über die „Levadas“ gesprochen. Die alten Wasserleitungen auf der Insel. Das hat uns so neugierig gemacht, dass wir sie uns selbst anschauen wollten. Also stand dieser Tag unter dem Motto Bergwelt-Erkundung. Den Vormittag verbrachten wir in den Bergen oberhalb von Praia da Calheta und Madalena do Mar es war einfach nur Klasse. Anschließend ging es an der Küste entlang Richtung Funchal. Wir konnten es uns nicht entgehen lassen und einen Stopp an einer der höchsten Steilklippen von Europa ein zu legen. Es hat schon eine Weile gedauert bis man auf der Plattform von den Stahlträgern auf die Glasflächen getreten ist. Dann ging es weiter  zum alten Hafenviertel von Funchal und auf den Markt. Die Vielfalt war überwältigend. Auf der Heimfahrt haben wir durch Zufall die Passage gefunden wo die Holzschlitten die Straße runter rutschen. Ich dachte immer es wäre ein Touristengag. Hätte nie gedacht dass die Straße so steil ist. Wir mussten uns bis auf den Tank nach vorne beugen damit das Vorderrad auf der Straße blieb. Diese Korbschlitten auf ihren Holzkufen sind wirklich verdammt schnell.

 

6.Tag

Heute wollten wir noch einmal richtig Spaß haben und es ging Richtung Machico ins Kurveneldorado. Das Grinsen hörte gar nicht mehr auf. Auf dem Weg dorthin sind wir eine Passage gefahren auf der man beide Küstenseiten der Insel gleichzeitig sehen konnte einfach nur ein super toller Tag.

 

  1. Tag

Leider ist die schöne Zeit schon wieder vorbei. Den Rucksack voller schöner Erinnerungen treten wir die Heimreise an. Es war eine tolle Woche. Rückblickend kann man sagen, dass die Insel sehr vielschichtig ist. Sowohl an Sehenswürdigkeiten aber auch an Herausforderungen für den Motorradfahrer. Die Hauptstraßen sind auch für Anfänger geeignet. Bei den kleinen Regionalstraßen sollte man aber schon eine gewisse Fahrpraxis haben sonst geht der Spaß sehr schnell verloren.